14/06/2026
Wenn der Schlaf das Herz belastet: Polygraphie jetzt neu bei Kardia Lemgo
Schnarchen gilt oft als harmlos, höchstens als Thema fürs Schlafzimmer. Tatsächlich kann dahinter eine obstruktive Schlafapnoe stecken, also wiederholte Atemaussetzer in der Nacht. Und die ist für das Herz alles andere als harmlos.
Deshalb haben wir gute Neuigkeiten: In Kooperation mit der Sirius Arztpraxis (Standorte Minden und Detmold) können wir Ihnen ab sofort die Polygraphie anbieten, eine Untersuchung zur Früherkennung von Schlafapnoe, ganz bequem über Nacht bei Ihnen zu Hause.
Was ist eine Polygraphie?
Sie nehmen ein kleines Messgerät mit nach Hause und tragen es eine Nacht lang. Es zeichnet währenddessen Atemfluss, Atembewegung, Sauerstoffsättigung im Blut, Puls, Schnarchgeräusche und Ihre Körperlage auf. Am nächsten Tag werten wir die Aufzeichnung aus. So sehen wir, ob und wie häufig es nachts zu Atemaussetzern kommt. Bei einem auffälligen Befund besprechen wir die nächsten Schritte, in manchen Fällen ist eine weiterführende Untersuchung im Schlaflabor sinnvoll.
Warum eine Herzpraxis sich für Ihren Schlaf interessiert
Weil Schlafapnoe und Herz-Kreislauf-Erkrankungen eng zusammenhängen. Das ist keine Vermutung, sondern durch große Studien gut belegt:
Schlafapnoe ist häufig und wird massiv unterschätzt. Etwa jeder dritte Mann und jede sechste Frau mittleren Alters erfüllt die Kriterien einer obstruktiven Schlafapnoe, viele davon ohne es zu wissen.
Sie ist ein eigenständiger Risikofaktor. Eine Schlafapnoe geht mit einem etwa zwei bis dreifach erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher.
Bei Herzpatientinnen und Herzpatienten ist sie besonders häufig. Bei Bluthochdruck, Herzschwäche, koronarer Herzkrankheit, Vorhofflimmern oder nach einem Schlaganfall liegt die Häufigkeit einer Schlafapnoe bei 40 bis 80 Prozent.
Die Fachgesellschaften nehmen das ernst. Die American Heart Association empfiehlt ausdrücklich, bei schwer einstellbarem Bluthochdruck und bei wiederkehrendem Vorhofflimmern (nach Kardioversion oder Ablation) gezielt nach einer Schlafapnoe zu suchen.
Wie groß der Unterschied sein kann, zeigt eine Langzeitbeobachtung über rund zehn Jahre: Männer mit unbehandelter schwerer Schlafapnoe hatten ein etwa dreifach erhöhtes Risiko für tödliche und nicht-tödliche Herz-Kreislauf-Ereignisse. Wer behandelt wurde, lag beim Risiko auf dem Niveau gesunder Männer.
Auch beim plötzlichen Herztod gibt es ein auffälliges Muster: In der Allgemeinbevölkerung treten solche Ereignisse gehäuft am Morgen auf. Bei Menschen mit Schlafapnoe verschiebt sich das in die Nacht, also genau in die Zeit der Atemaussetzer.
Ehrlich eingeordnet
Eine Polygraphie ist kein Schutzschild gegen einen Herzinfarkt, und nicht jede Schlafapnoe muss zwingend behandelt werden. Was sie leistet, ist etwas anderes und sehr Wertvolles: Sie macht einen häufigen, gut behandelbaren Risikofaktor sichtbar, der sonst oft jahrelang unentdeckt bleibt. Gerade wenn Ihr Blutdruck trotz Medikamenten nicht runtergeht, wenn Vorhofflimmern immer wiederkommt oder wenn Sie sich tagsüber ständig erschöpft fühlen, lohnt sich der Blick auf den Schlaf.
Für wen ist das interessant?
Sprechen Sie uns gern an, wenn Sie
laut und unregelmäßig schnarchen oder Atempausen beobachtet wurden,
unter schwer einstellbarem Bluthochdruck leiden,
Vorhofflimmern haben oder hatten,
tagsüber stark ermüden, obwohl Sie ausreichend schlafen.
Gut zu wissen
Die Polygraphie bieten wir als reine Privatleistung an, also für Privatversicherte oder als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) für gesetzlich Versicherte. Bei Interesse sprechen Sie uns einfach in der Praxis oder bei Ihrem nächsten Termin an, wir erklären Ihnen gern den Ablauf.
Quellen (PubMed)
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Gottlieb DJ, Punjabi NM. Diagnosis and Management of Obstructive Sleep Apnea: A Review. JAMA. 2020;323(14):1389-1400. https://doi.org/10.1001/jama.2020.3514
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