05/06/2022
Trauerphasen
Die Schweizer Psychologin Verena Kast hat die Trauer in verschiedene Phasen aufgeteilt.
Jeder durchläuft die Trauerphasen in seinem Tempo. Die Reihenfolge dieser kann auch sprunghaft, vor und zurück und Wiederholungen sein.
1. Phase: Nicht-wahrhaben-wollen
Der Trauernde steht erst einmal unter Schock und fühlt sich hilflos und verzweifelt, ist erstarrt und apathisch, kann nicht glauben, was passiert ist.
Das ist der Anfang und die erste Phase der Trauer und kann Stunden, Tage oder sogar Wochen dauern.
2. Phase: Aufbrechende Emotionen
Wut, Schmerz, Zorn, Zweifel, Selbstvorwürfe, Schuldgefühle mit Fragen kommen auf.
– Habe ich alles richtig gemacht?
– Hätte ich noch mehr helfen können? …
Wie das Tier gestorben ist, spielt hier eine Rolle (Das Tier wurde eingeschläfert).
Alle Gefühle sollten zugelassen und nicht verdrängt werden. Schon hier ist ein vertrauensvolles Gespräch sehr hilfreich.
Diese Phase kann Wochen, Monate, sogar Jahre dauern. Je nachdem, wie sensibel der Trauernde ist.
3. Phase: Suchen und sich-trennen
Phase des nach innen schauen.
Wir erinnern uns an Orte und gemeinsame Erlebnisse mit unserem geliebten Tier und halten Zwiegespräche mit dem verstorbenen Tier.
Es kommt ein JA zum Weiterleben, wenn wir uns bewusst von unserem verstorbenen Tier verabschieden können. Hier können Abschiedsrituale, eine Beerdigung, für die Urne einen schönen Platz finden, eine Gedenkstätte einrichten … sehr hilfreich sein.
Auch diese Phase kann für jeden unterschiedlich lange dauern.
4. Phase: Neuer Selbst- und Weltbezug
Das ist die letzte Trauerphase.
Nach und nach kommt der innere Frieden zurück. Der Schmerz lässt nach. Der Tod des Tieres wird langsam akzeptiert.
Das Leben geht weiter, wie man so schön sagt. Man kann sich wieder am Außen – der Welt orientieren und an ihr teilhaben.
https://tier-trauerbegleitung.de/