22/06/2026
Ach, daher kommt das …
Manche körperlichen Phänomene klingen kurios. Im Volksmund tragen sie Namen wie aus dem Märchen oder erinnern ans Tierreich. Woher stammen diese Bezeichnungen – und was steckt dahinter?
Krähenfüße
Ja, die feinen Falten an den äußeren Augenwinkeln sehen tatsächlich aus wie zarte Abdrücke von Vogelkrallen. Sie entstehen durch unsere Mimik: Wenn wir lächeln, grinsen oder herzhaft lachen, ziehen sich die Augenmuskeln zusammen und lassen für einen Moment „Sehschlitze“ entstehen. Mit den Jahren vertiefen sich die strahlenförmigen Falten, weil die ohnehin dünne Haut rings um die Augen trockener wird und an Elastizität verliert. Was zunächst nur beim Lachen sichtbar ist, bleibt später auch im entspannten Zustand bestehen.
Krähenfüße im Gesicht sind zum Glück kein Grund zur Sorge – im Gegenteil: Sie verraten etwas über unser Naturell: Offenbar hatten wir schon viel Spaß im Leben.
Wer diese sympathischen Fältchen etwas mildern möchte, setzt auf reichhaltige Pflege: Naturkosmetische Augencremes und -seren mit Aloe vera oder Hyaluronsäure schenken Feuchtigkeit. Hochwertige Pflanzenöle etwa aus Wildrose, Olive oder Sesam wirken rückfettend und haben einen Anti-Aging-Effekt – für ein faltenfreieres Lachen.
Hühneraugen
Kleine, runde Verhornungen und in der Mitte bildet sich ein glasiger Kern. Die Ähnlichkeit mit dem Auge eines Hühnervogels ist verblüffend. Doch was so harmlos klingt, kann sehr schmerzhaft sein. Diese Schwielen auf den Zehen, medizinisch Clavus genannt, entstehen durch Druck und/oder Reibung. Zu enge oder auch schlechtsitzende Schuhe sind meist die Ursache – weg mit solchen Tretern. Schlüpfen Sie lieber in weite, luftige Sandalen und gehen Sie zu Ihrer Vor-Ort-Apotheke. Dort bekommen Sie salicylhaltige Tinkturen, die helfen sollen, die Verhärtungen aufzulösen. Speziell gepolsterte Hühneraugenpflaster haben einen Salbenkern, lindern den Druckschmerz sofort und nach wenigen Tagen können Sie die Hornstellen entfernen.
Hexenschuss
Hex, hex? Im Mittelalter vermuteten die Menschen, dieser blitzartige Stich im unteren Rücken sei durch den Pfeil einer Hexe verursacht. Wer unter Schmerz mit einem Buckel ging – wie eine Hexe – musste Opfer eines bösen Zaubers geworden sein. Heute wissen wir natürlich: Mit Magie hat „Lumbago“, wie Mediziner sagen, nichts zu tun. Vielmehr nehmen uns die Wirbel abrupte Bewegungen krumm – im wahrsten Sinn des Wortes. Sie verdrehen sich und klemmen die Bandscheiben ein. Dabei verspannen sich die Muskeln unter Umständen so hart, dass wir nicht mehr gerade stehen können. Wärme ist das Mittel der Wahl, um diese Verkrampfung zu lösen. Ein Bad mit Zusätzen aus Arnika und Beinwell ist eine Wohltat. Alternativ legen Sie sich einen Thermo-Umschlag mit Capsaicin aus der Pfefferschote oder mit selbsterwärmendem Eisenoxid auf die schmerzende Stelle. Im Yoga gibt es eine Position, die sanfte Linderung bei einem Hexenschuss verspricht: In Rückenlage die Beine auf einen Stuhl legen, sodass Ober- und Unterschenkel einen 90-Grad-Winkel bilden. Tief ein- und ausatmen.
Storchenbiss
Was für eine nette Geschichte: Diese rote, scharf umrandete Hautstelle im Nacken eines Neugeborenen soll der Beweis dafür sein, dass der Klapperstorch Ihnen Ihr Baby gebracht hat. Natürlich ein Mythos! Denn diese Art Feuermal (Naevus flammeus) entsteht in Wirklichkeit durch eine Erweiterung kleinster Blutgefäße. Dahinter steckt nur eine kleine Funktionsstörung, die sich in der Regel von ganz allein reguliert. Innerhalb der ersten Lebensjahre verblassen „Storchenbisse“ meist vollständig – ganz ohne Behandlung. Befindet sich diese rote Zeichnung auf einem Augenlid, sagt der Volksmund dazu übrigens auch „Engelskuss“.
Orangenhaut
Der Begriff ist seit den 1960er-Jahren geläufig und wurde geschaffen, um dieses Hautbild anschaulich zu beschreiben. Denn die Dellenbildung durch Fettzellen, die gegen das gitterartige Bindegewebe stoßen, hat Ähnlichkeit mit einer noppigen Orangenschale. Cellulite, wie der Mediziner sagt, betrifft fast 80 Prozent aller Frauen. Genetische Gründe tragen dazu bei, aber auch andere Faktoren. Rauchen, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung können Orangenhaut verstärken. Mit Muskelaufbau lässt sich in gewissem Maß gegensteuern. Eine straffere Haut an Oberschenkeln und Gesäß versprechen auch viele Pflegeprodukte. Achten Sie auf die Inhaltsstoffe: Birkenextrakte sollen neue Spannkraft verleihen und helfen, überschüssige Flüssigkeitsansammlungen abzutransportieren. Auch Weizenkeim und Schachtelhalm sagt man einen Straffeffekt nach. Hochwertige Anti-Cellulite-Öle aus Ihrer Vor-Ort-Apotheke dienen der Unterstützung nach durchblutungsfördernden Zupfmassagen und Wechselduschen.
Schnappfinger
Der Name beschreibt, was der Finger tut: Er bleibt beim Beugen stecken und springt ruckartig in die ausgestreckte Position. Vielfach ist dabei sogar ein schnappendes oder schnalzendes Geräusch zu hören. Ursache ist eine entzündliche Verdickung der Sehne, bedingt durch Verschleiß. Ein Schnappfinger, fachlich Tendovaginitis stenosans genannt, ist schmerzhaft und betrifft meist Frauen über 50. Begleitet ist diese Erkrankung häufig von Gicht, rheumatoider Arthritis oder Diabetes. Ärzte empfehlen Schonung und behandeln oft mit einer Schiene zur Ruhigstellung, manchmal mit einer OP.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern - leserservice.sud-verlag.de