22/08/2026
Sie schlafen acht Stunden. Und wachen auf, als hätten Sie gar nicht geschlafen.
Das kennen viele Menschen mit chronischer Erschöpfung, Long COVID oder Burnout-Folgeerschöpfung. Und das Frustrierende daran: Alle Werte sind unauffällig. Blutbild, Schilddrüse, Herz, alles im grünen Bereich. Trotzdem schafft man es kaum durch den Vormittag.
Was in solchen Momenten oft passiert: Die Erschöpfung wird psychologisiert. Stress, Einstellung, zu wenig Bewegung. Dabei übersieht diese Erklärung etwas Grundlegendes.
Energie entsteht nicht im Kopf. Sie entsteht in den Zellen, genauer in den Mitochondrien, die in jeder Zelle sitzen und aus Sauerstoff verwertbare Energie machen. Wenn dieser Prozess gestört ist und die Zellen Sauerstoff nicht mehr effizient nutzen können, dann hilft mehr Schlaf wenig, und mehr Willenskraft hilft auch nicht, weil das Problem tiefer liegt.
Das ist keine Einbildung. Das ist Zellbiologie.
Ich sehe das regelmäßig: Menschen, die jahrelang funktioniert haben, die plötzlich nicht mehr können und nicht verstehen, warum, die sich schämen, weil die Befunde nichts zeigen, und die aufgehört haben zu glauben, dass sich etwas ändern kann.
Vielleicht fühlen sich so viele von der Gesundheitskommunikation nicht angesprochen, weil sie zu selten hören, dass ihre Erschöpfung einen biologischen Grund haben kann, einen, der messbar und erklärbar ist.
Wie erleben Sie das in Ihrer Praxis oder in Ihrem Umfeld?
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