17/07/2026
Schmerzen im Schultergelenk entstehen nicht immer ausschließlich durch ein Problem in der Schulter selbst. Die Halswirbelsäule (HWS) und die Schulter sind anatomisch und funktionell eng miteinander verbunden. Deshalb ist es oft sinnvoll, die HWS bei Schulterbeschwerden mit zu untersuchen und – falls erforderlich – auch zu behandeln.
Hier sind die wichtigsten Gründe:
✅ Nervenversorgung
Die Nerven, die die Schulter und den Arm versorgen (der sogenannte Armnervengeflecht oder Plexus brachialis), entspringen aus der Halswirbelsäule.
Werden Nervenwurzeln im Bereich der HWS gereizt oder eingeengt, können Schmerzen entstehen, die bis in die Schulter ausstrahlen. Man spricht von übertragenen oder radikulären Schmerzen.
✅ Gemeinsame Muskelketten
Viele Muskeln verbinden Hals und Schulter, beispielsweise der obere Trapezmuskel, der Schulterblattheber (Levator scapulae) und die Skalenusmuskeln.
Verspannungen oder Fehlfunktionen dieser Muskeln können sowohl Nackenschmerzen als auch Schulterschmerzen verursachen oder verstärken.
✅ Bewegungszusammenhang
Schulterblatt, Brustwirbelsäule und Halswirbelsäule arbeiten bei Armbewegungen zusammen.
Ist die HWS oder BWS eingeschränkt oder schmerzhaft, verändert sich häufig die Bewegung des Schulterblatts. Dadurch wird das Schultergelenk stärker belastet, was Beschwerden wie ein Impingement oder Sehnenreizungen fördern kann.
❗Ganzheitliche Behandlung ❗
Wird nur die Schulter behandelt, obwohl die HWS mitverantwortlich ist, bleiben die Beschwerden häufig bestehen oder kehren schnell zurück.
Eine erfolgreiche Therapie umfasst daher oft:
- Untersuchung und Mobilisation der Hals- und Brustwirbelsäule,
- Verbesserung der Haltung,
- Kräftigung der Schulterblattmuskulatur,
- Dehnung verkürzter Muskeln,
- sowie gezielte Übungen für Schulter und Nacken.
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