01/09/2024
Lang, lang ist’s her…..
Vor 28 Jahren, am heutigen Tag, habe ich das Physiotrom Studio in der kleinen Rathauspassage eröffnet. Damals war ich gerade einmal 21 Jahre alt, voller Naivität, jugendlichem Elan und einem unerschütterlichen Optimismus. Unterfinanziert und mit einem Existenzgründerkredit vom Landesförderinstitut ausgestattet, startete ich mein Abenteuer. Keine Bank wollte mir ohne Sicherheiten einen Kredit geben, und der Begriff "Physiotrom" war ohnehin vielen ein Rätsel.
Ich lebte damals mit meinen Eltern und zwei Geschwistern in einer Neubauwohnung in der Oststadt. Wie so viele andere hatten wir kein eigenes Haus und wenig Geld, aber dafür eine liebevolle Familie, die mir immer den Rücken stärkte.
Als junger Mensch fühlt man sich unbesiegbar, glaubt, alles zu wissen und ist bereit, jedes Hindernis zu überwinden. Rückblickend sage ich manchmal zum Glück, denn hätte ich damals gewusst, wie schwer die kommenden Jahre werden würden, hätte ich vielleicht aufgegeben.
Die Anfangsjahre waren hart. Die Raten für den Kredit waren hoch, die Einnahmen gering, und mit 24 Jahren kam mein erstes Kind zur Welt. Eine Pause oder ein Babyjahr gab es nicht – aber als junger Mensch scheint alles möglich. Ich erinnere mich an die vielen Gerichtsvollzieher, die ich beim Vornamen kannte, und die dicken Ordner voller Mahnbescheide, die ich bis heute aufbewahrt habe. Diese Erinnerungen sind Zeugnisse einer schweren Zeit, aber auch meines unermüdlichen Willens, es zu schaffen.
Das Studio ist ein großer Teil meines Lebens, meine Leidenschaft. Ich liebe es – die Kunden, meine Mitarbeiter und vor allem die Arbeit selbst. Würde ich es heute noch einmal eröffnen? Wahrscheinlich nicht, die Zeiten haben sich geändert. Doch ich bin dankbar für all die Jahre und die Erfahrungen, die mein Leben geprägt haben.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die mich auf diesem Weg unterstützt haben!