11/08/2026
Dieser Blogartikel ist entstanden, weil ich wochenlang keine Lust hatte, meine Steuererklärung zu machen.
Nicht unbedingt der Stoff, aus dem große ME/CFS-Erkenntnisse gemacht werden. Dachte ich zumindest.
Ich hatte alles vorbereitet. Ich wusste, was zu tun war. Und trotzdem lief bei jedem Gedanken daran sofort mein persönliches Katastrophenkino:
Hoffentlich reicht meine Konzentration.
Hoffentlich gibt es keine Fehlermeldung.
Hoffentlich dauert das nicht ewig.
Hoffentlich crashe ich danach nicht.
Als ich mich endlich hingesetzt habe, war ich nach ungefähr einer Stunde fertig.
Keine Katastrophe. Kein Crash. Nicht mal die obligatorische Fehlermeldung.
Dafür eine Erkenntnis, über die ich seitdem ziemlich oft nachdenke:
Die Steuererklärung hatte mich weniger Energie gekostet als die Wochen, in denen sie in meinem Kopf war und im Hintergrund gestresst hat.
Und dieses "Hintergrundrauschen" kenne ich aus so vielen Ecken meines ME/CFS-Lebens.
Sollte ich diese Recovery-Methode noch ausprobieren?
Müsste ich meine Ernährung noch besser hinbekommen?
War das heute schon zu viel?
Sollte ich das Buch noch lesen?
Und der Wäschekorb steht da übrigens auch noch.
Körperlich im Pacingmodus und gleichzeitig im Kopf fünf offene Baustellen verwalten – kann ich. Ob das besonders energiesparend ist, steht auf einem anderen Blatt.
Genau deshalb habe ich diesen Artikel geschrieben. Nicht als Plädoyer dafür, trotz PEM alles sofort zu erledigen. Ganz im Gegenteil.
Sondern über eine Frage, die meinen Umgang mit meiner Baseline verändert hat. Die Frage:
Was kostet mich gerade wirklich am meisten Energie?
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