18/07/2026
Momente, in denen ich mein altes Ich vermisse…
Eigentlich bin ich der Optimismus in Person. Egal ob Menschen oder Situationen, ich finde nahezu immer etwas Positives. Ganz automatisch, ohne große Anstrengung. Das Gute, Schöne,… sticht mir einfach ins Auge, gehört zu meinen ersten Gedanken. Eigentlich… Jedenfalls bevor ich Krebs hatte…
Seitdem gibt es immer wieder Momente, die mir knallhart zeigen, dass es diese Version von mir nicht mehr gibt. Im normalen Alltag vielleicht. Jedenfalls kann ich da noch ganz gut so tun, als wäre es so.
Aber dann gibt es diese anderen Momente. Wenn einer meiner wichtigsten Menschen z.B. vom Arzt kommt und der als eine der ersten Diagnose gleich mal einen Krebsverdacht in den Raum gestellt hat.
Dann bin ich innerlich sofort im Alarmmodus, eine Sch…angst macht sich breit und übernimmt das Kommando.
Mein altes Ich, die optimistische Version von mir vermisse ich dann nicht nur, weil es mir damit besser gehen würde. Ich könnte auch für alle anderen, vor allem für den Betroffenen, besser da sein. Halt geben, statt selbst zusammenzubrechen. Mut machen, statt mich vor Angst zu winden…
„Du bist nicht schwach. Du bist nur müde vom Stark sein.“ Das hat mir vor ein paar Wochen schon eine liebe Freundin geschickt. Ohne zu wissen, wie gut das in diesen Tagen passen würde.
Ich höre immer wieder, dass ich doch so stark bin. So bewundernswert…
Ich wurde nie gefragt, ob ich so stark sein will oder kann. Ich hatte einfach keine andere Wahl.
Inzwischen gab es zum Glück die ersehnte Entwarnung. Die Genesung wird trotzdem noch eine Weile dauern. Aber wenigstens ist die Ursache kein Krebs.
Vielleicht lernt mein neues Ich ja doch noch eines Tages vom alten Ich, dass nicht immer das Schlimmste passieren muss. Dass ich vertrauen darf, dass auch mal was einfach gut geht. Vielleicht…