16/05/2026
Migräne und Kiefergelenk: eine häufig übersehene Verbindung
Viele Menschen denken bei Migräne zuerst an Stress, Hormone, Ernährung oder Wetterwechsel.
Das kann alles eine Rolle spielen.
Was oft weniger beachtet wird: der Kiefer.
Das Kiefergelenk arbeitet eng mit der Halswirbelsäule, der Kaumuskulatur und bestimmten Nervenbahnen zusammen. Wenn hier dauerhaft Spannung entsteht, zum Beispiel durch Pressen, Knirschen oder eine angespannte Kopfhaltung, kann das das gesamte System zusätzlich reizen.
Typische Hinweise können sein:
Kieferknacken
Zähnepressen
Schmerzen beim Kauen
Verspannungen im Nacken
Druck an Schläfen oder Hinterkopf
Kopfschmerzen nach dem Aufwachen
Wichtig ist: Das Kiefergelenk ist nicht „die eine Ursache“ jeder Migräne.
Aber in vielen Fällen kann es ein verstärkender Faktor sein.
In der Praxis sieht man häufig, dass Patientinnen und Patienten ihren Kiefer gar nicht als Problem wahrnehmen. Sie berichten über Migräne, Nackenschmerzen oder Druck im Kopf – und erst bei genauerem Hinsehen zeigt sich, wie viel Spannung im Kausystem vorhanden ist.
Sinnvoll ist deshalb ein ganzheitlicher Blick:
Wie steht der Kopf auf der Halswirbelsäule?
Wie beweglich ist der Kiefer?
Gibt es nächtliches Pressen?
Wie reguliert der Körper Stress?
Gibt es Spannung in Nacken, Brustkorb oder Zwerchfell?
Migräne braucht immer eine sorgfältige medizinische Abklärung.
Ergänzend kann es jedoch hilfreich sein, das Kiefergelenk, die Halswirbelsäule und das Nervensystem gemeinsam zu betrachten.
Manchmal liegt ein Teil der Entlastung nicht im Kopf selbst, sondern in den Strukturen, die ihn ständig mit Spannung versorgen.