20/08/2020
Oft beobachten Pferdebesitzer, dass ihre vierbeinigen Lieblinge zunehmend „fühlig“ laufen. Besonders deutlich meist, nachdem der Hufbearbeiter da war, das wird dann oft darauf geschoben, dass bei der Hufbearbeitung „zu viel weggenommen“ worden sei.
Der Schuldige ist gefunden, ein neuer Hufbearbeiter muss her. Dass es sich bei diesem Bewegungsmuster eigentlich um eine Hufrehe handelt, ist den meisten dabei nicht klar.
Und dass diese in der Regel weniger von der Hufbearbeitung kommt, sondern vielmehr von der Fütterung, hat sich bisher auch noch nicht herumgesprochen.
Man weiß heute aus weit reichenden Untersuchungen, dass Hufrehe viele Gesichter haben kann.
Nur die Symptome zu lindern, ändert nicht die Ursache
Dabei muss es nicht immer zu einer „ausgewachsenen“ Hufrehe kommen, die mit heißen Hufen, zehenentlastender Haltung, häufigem Liegen, Weigerung zur Bewegung etc. einhergeht.
Viel öfter beobachtet man „unterschwellige“ Hufreheschübe. Die Pferde laufen auf der Wiese oder dem Reitplatz noch gut, aber auf hartem Boden vorsichtig, verhalten, etwas „klamm“, sie laufen lieber einen Bogen als auf der Stelle zu drehen.
Hufschuhe oder Beschlag beheben diese „Fühligkeit“ meist sehr schnell – das Symptom verschwindet. Aber nicht die Ursache. Fühliges Laufen sollte immer ein Alarmsignal sein, denn es bedeutet, dass es im Huf zu schmerzhaften, meist entzündlichen Reaktionen kommt.
Dabei können die Hufe durchaus kalt bis normal temperiert sein (es gibt auch „kalte“ Hufrehe, die selbst im akuten Schub nie mit Wärme oder Pulsation einhergeht! vor allem bei chronischen Fällen) und das Pferd ist meist auch sonst guter Laune.
Die Ursachen für die verschiedenen Formen von Hufrehe können vielfältig sein. Im Herbst tritt sie besonders häufig auf bei Pferden, die noch auf den Weiden stehen, welche aber oft komplett abgenagt sind.
In früheren Zeiten galt als Faustregel, dass man Pferde mit Hufrehe-Veranlagung im Herbst/Winter ruhig auf die abgefressenen Koppeln stellen darf, weil dann ja weniger Bewuchs und damit weniger Eiweiß im Gras wäre.
Heute hat man in wissenschaftlichen Untersuchungen festgestellt, dass Hufrehe unglaublich viele Ursachen haben kann, aber so gut wie nie mit dem Eiweiß in der Fütterung zusammen hängt.
📍Kurze abgefressene Weiden als Problem
Die abgefressenen „Golfrasenplätze“, die man im Herbst oft als Weide sieht, sind vielmehr eine große Gefahr. Auch kurze Winterweiden sind gefährlich für empfindliche Pferde. Denn Gras kann in Stress geraten und dann steigen die Gehalte an Zucker, Fruktan und Endophyten.
Alle drei sind mittlerweile als Auslöser für Hufrehe bestätigt. Stress hat das Gras vor allem durch Überweidung (Pflanzenlänge weniger als eine Handbreit...
➡️Den ganzen Artikel gibt es hier:
http://wissen.sanoanimal.de/2020/02/13/fuehliges-laufen-woher-kommt-das-was-kann-man-dagegen-machen/