16/06/2026
„Ihre Mundhygiene ist eigentlich unverändert – warum ist das Zahnfleisch heute deutlich entzündeter als beim letzten Termin?“
Genau solche Situationen sind einer der Gründe, warum ich bei Diabetes-Patienten nicht nur die Diagnose dokumentiere, sondern auch nach dem aktuellen HbA1c-Wert frage.
Der HbA1c gibt uns einen Einblick in die durchschnittliche Blutzuckereinstellung der letzten Wochen bis Monate und kann helfen, Veränderungen im klinischen Befund besser einzuordnen.
Denn Entzündungen entstehen selten monokausal.
Wenn sich Befunde verändern, frage ich mich:
✔️ Hat sich die Mundhygiene verändert?
✔️ Gab es eine Medikamentenumstellung?
✔️ Wie sieht die aktuelle Blutzuckereinstellung aus?
✔️ Gab es in letzter Zeit mehr Stress?
✔️ Hat sich die Ernährung verändert?
✔️ Gibt es andere Einflussfaktoren, die die Entzündungsantwort beeinflussen könnten?
Gerade bei Patienten mit Diabetes lohnt es sich, genauer hinzusehen.
Nicht um Diagnosen zu stellen.
Sondern um Zusammenhänge zu erkennen, Risiken besser einzuschätzen und die richtigen Fragen zu stellen.
Denn manchmal erzählt uns das Zahnfleisch mehr als nur, ob jemand Zahnseide benutzt.
Erfragt ihr den HbA1c-Wert routinemäßig bei euren Diabetes-Patienten?
Es folgt demnächst auch nochmal ein Reel, warum ein zu hoher HbA1c relevant ist.