28/04/2026
Von Jens Uhlhorn gelesen und für gut befunden:
Betrifft sowohl alle Heilmittelerbringer, als auch die Patienten…
📊 Die „dreifache Demographie" – eine Zeitbombe für unsere Branche?
Der aktuelle Branchenreport der Sparkassen-Finanzgruppe beleuchtet eine Entwicklung, die wir alle spüren – aber selten so klar auf den Punkt gebracht bekommen: die dreifache Demographie in der Physiotherapie.Was bedeutet das konkret? Drei demographische Kräfte treffen gleichzeitig auf unsere Branche ein:
🔴 1. Die Patienten werden älter – und brauchen mehr Physiotherapie. Die Nachfrage steigt massiv: Bei 80- bis 84-Jährigen werden bereits 916 Rezepte pro 1.000 Versicherte ausgestellt. Rund 14 Millionen Menschen nehmen jährlich physiotherapeutische Leistungen in Anspruch – Tendenz steigend.
🔴 2. Die Therapeuten werden älter – und scheiden bald aus. Der Anteil der über 60-jährigen Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten hat sich im letzten Jahrzehnt verdoppelt. Von 2012 bis 2020 stieg zwar die Gesamtzahl von 215.000 auf 241.000 – doch ein großer Teil davon steht kurz vor dem Renteneintritt.
🔴 3. Der Nachwuchs bleibt aus – und arbeitet immer öfter Teilzeit. Unter 30-Jährige in Vollzeit? Deren Zahl sank von 27.000 (2012) auf nur noch 21.000 (2020). Gleichzeitig fehlen laut aktueller Eckdatenstudie in 57 % aller Praxen offene Stellen – durchschnittlich 1,3 unbesetzte Stellen je Praxis.
👉 Das Ergebnis: Steigende Nachfrage trifft auf schrumpfendes Angebot – in einer Branche, die ohnehin strukturell unter Druck steht. Die Zahlen sind eindeutig.
Die Frage ist: Was tun wir als Branche damit?Die Politik zieht den Schluß, der Branche Mittel zu streichen und Sparmaßnahmen einzuleiten. Anders als 2017 wird es keine Umkehrmöglichkeit geben. Die Ausbildungskapazitäten und die Fluktuation sorgen für eine deutliche Verschärfung der Situation.