05/08/2026
Es gibt Tage, da beginnt mein Alltag, bevor die Sonne aufgeht. Während viele noch schlafen, versorge ich schon die Pferde, kontrolliere Heu und Wasser, kümmere mich um kranke Tiere und sorge dafür, dass auf dem Hof alles läuft.
Doch genauso sehr schlägt mein Herz für mein Tattoostudio. Tattoos sind für mich nicht einfach nur Bilder auf der Haut – sie erzählen Geschichten, halten Erinnerungen fest und begleiten Menschen ein Leben lang. Genau deshalb liebe ich es, für jeden Kunden etwas Einzigartiges zu erschaffen. Keine Massenabfertigung, keine Motive von der Stange – sondern individuelle Unikate, die genau zu der Person passen, die sie tragen wird.
Ich verliere mich oft in den kleinsten Details. Jede Linie, jede Form und jede Komposition muss für mich stimmig sein. Häufig endet mein Arbeitstag deshalb nicht, wenn der letzte Kunde gegangen ist. Dann sitze ich abends – oder mitten in der Nacht – noch mit einem Kaffee auf dem Sofa, das Tablet oder den Zeichenblock auf den Knien, und skizziere neue Ideen. Ich radiere, verändere, verwerfe und beginne von vorn, bis aus einer Vision ein Motiv wird, das sich richtig anfühlt. Denn ich möchte nicht einfach Tattoos stechen – ich möchte Kunst schaffen, die Menschen stolz unter ihrer Haut tragen.
Zwischendurch bin ich Mama. Die schönsten Momente gehören meiner Tochter – gemeinsam lachen, Tiere entdecken und Erinnerungen schaffen. Gleichzeitig versuche ich, für meine Familie, meine Stallgemeinschaft, meine Kunden und meine Tiere da zu sein.
Mein Alltag ist selten ruhig. Er besteht aus Matsch an den Stiefeln, Farbe unter den Fingern, langen Nächten, Sorgen um die Tiere, Organisation, Verantwortung und unzähligen Entscheidungen. Aber er besteht auch aus Dankbarkeit, Zusammenhalt, ehrlichen Begegnungen und dem Gefühl, genau dort zu sein, wo ich hingehöre