11/09/2026
DU KANNST DEINER INTUITION FOLGEN – UND DICH TROTZDEM TÄUSCHEN.
Das ist bewusst provokant, weil in der spirituellen Bubble fast immer das Gegenteil gesagt wird.
Caption:
„Vertrau einfach deinem Gefühl.“
Diesen Satz hören wir ständig.
Ich sehe das differenzierter.
Denn nicht alles, was sich in dir stark und eindeutig anfühlt, ist automatisch Intuition.
Angst kann sich eindeutig anfühlen.
Eine alte Verletzung auch.
Sehnsucht ebenfalls.
Und manchmal ist ein Wunsch so groß, dass wir jedes innere Signal genau in die Richtung interpretieren, in die wir ohnehin gehen möchten.
Das macht Intuition nicht unzuverlässig.
Aber es macht Schattenarbeit notwendig.
Denn je weniger ich meine eigenen Ängste, Bedürfnisse und Projektionen kenne, desto leichter kann ich sie mit innerer Führung verwechseln.
Für mich liegt genau hier ein entscheidender Unterschied zwischen Spiritualität und Wunschdenken:
Nicht jedes starke Gefühl ist eine Botschaft.
Nicht jeder innere Widerstand ist ein Nein.
Und nicht jedes gute Gefühl ist ein Ja.
Intuition ist für mich oft viel unspektakulärer.
Sie muss mich nicht überzeugen.
Sie diskutiert nicht endlos mit mir.
Und sie braucht vor allem eines nicht:
dass ich sie unbedingt wahrhaben möchte.
Vielleicht besteht spirituelle Entwicklung deshalb nicht nur darin, immer feinfühliger zu werden.
Sondern auch darin, sich selbst so ehrlich kennenzulernen, dass man unterscheiden lernt:
Was nehme ich wahr –
und was wünsche, fürchte oder projiziere ich gerade?
Genau dort wird Spiritualität für mich interessant.
Nicht wenn wir alles glauben, was wir fühlen.
Sondern wenn unsere Wahrnehmung klarer wird.
Medium Annett Hardow
Spirituelles Medium · Heilerin · spiritueller Coach