04/09/2026
Haut & Heilen
Kleine Wunden sehen oft harmlos aus. Doch ob ein Schnitt oder eine Schürfwunde gut abheilt, entscheidet sich oft in den ersten Minuten. Was Sie selbst tun können, wann Pflaster reichen und wann lieber Arztpraxis oder Apotheke ins Spiel kommen, erfahren Sie hier.
Beim Kochen geschnitten, beim Aufräumen geschrammt, das Knie aufgeschlagen: Kleine Verletzungen können Sie selbst versorgen, wenn Sie sauber arbeiten und die Warnzeichen kennen.
Erst schauen, dann handeln
Bevor Sie eine Wunde anfassen: Hände waschen. Blutet es, drücken Sie mit einer sterilen Kompresse oder einem sauberen Tuch einige Minuten auf die Stelle. Sitzen Glas, Holz oder andere Fremdkörper tief in der Wunde, bitte nicht herausziehen. Dann steril abdecken und ab zum Arzt.
Ist die Blutung gestoppt, kommt die Reinigung. Schmutzpartikel lassen sich oft mit sauberem fließendem Wasser ausspülen. Seife gehört eher auf die Haut rundherum, nicht direkt in die Wunde. Lockere Erde oder Sand dürfen Sie mit einer sauberen Pinzette entfernen.
Desinfizieren, aber gezielt
Bei Schürfwunden, Schnitten mit Schmutzkontakt oder aufgegangenen Blasen kann ein Wunddesinfektionsmittel sinnvoll sein. Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach, was wann am besten passt. Mehl, Puder, Salbenreste oder Speichel haben auf offenen Wunden nichts verloren.
Pflaster oder Luft?
Ein Pflaster oder eine sterile Wundauflage schützt vor Reibung, Schmutz und neugierigen Fingern. Wechseln Sie Verband oder Pflaster, wenn sie feucht oder verschmutzt sind. Klebt die Auflage fest, nicht rupfen, sondern anfeuchten. Kruste oder Schorf bitte in Ruhe lassen.
Was muss zum Arzt?
Ein kleiner Schnitt mit glatten Rändern ist schnell erledigt: reinigen, eventuell desinfizieren, Pflaster drauf. Klafft der Schnitt, ist er tief, blutet stark oder sitzt er im Gesicht, an der Handfläche oder über einem Gelenk, sollte er von einer Ärztin oder einem Arzt angeschaut werden. Schürfwunden brauchen gründliches Spülen und eine nicht verklebende Auflage.
Blasen lassen Sie am besten geschlossen; die Haut darüber wirkt wie ein natürliches Pflaster. Geht eine Blase auf, behandeln Sie sie wie eine kleine Wunde. Bei Diabetes, Durchblutungsstörungen oder schlecht heilenden Wunden, Verletzungen bitte immer ärztlich abklären lassen.
Bisswunden sind besonders tückisch. Wenn Hund, Katze, Mensch oder ein unbekanntes Tier die Haut verletzt hat, sollte die Wunde sofort in ärztliche Hände. Das gilt besonders an Hand, Fuß, Gesicht oder Kopf.
Warnzeichen ernst nehmen
Sofort Hilfe holen sollten Sie, wenn die Blutung nicht stoppt, Blut stoßweise austritt, die Wunde sehr tief oder groß ist, Sie Taubheit spüren oder Finger und Zehen nicht normal bewegen können. Auch Wunden mit Erde, Eiter oder hartnäckigem Schmutz gehören ärztlich abgeklärt. Gleiches gilt bei Wärme, Schwellung, pochendem Schmerz, Fieber, roten Streifen oder üblem Geruch.
Und Tetanus?
Wundstarrkrampf-Erreger können über verunreinigte Wunden in den Körper gelangen. Erwachsene sollten ihren Schutz in der Regel alle zehn Jahre auffrischen lassen. Nach tiefen, schmutzigen Verletzungen oder Bisswunden kann das früher nötig sein. Wenn Sie Ihren Impfstatus nicht kennen, unbedingt nachfragen.
Gut gepackt
In Ihre Hausapotheke gehören sterile Kompressen, Pflaster in mehreren Größen, Verbandpäckchen, Schere, Einmalhandschuhe, Wunddesinfektionsmittel, Blasenpflaster und Pinzette. Was abgelaufen oder verklebt ist, hilft im Ernstfall nicht.
Wund-Erstversorgung
• Hände waschen.
• Blutung mit sauberem Tuch oder steriler Kompresse stoppen.
• Wunde mit sauberem Wasser spülen.
• Bei Bedarf desinfizieren und steril abdecken.
• Warnzeichen ernst nehmen: Bei zunehmendem Schmerz, Eiter, Fieber oder starker Rötung lieber zum Arzt.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern - leserservice.sud-verlag.de