31/05/2026
In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden Emotionen nicht als etwas Negatives betrachtet. Sie gehören zum Leben und sind ein natürlicher Ausdruck des Shen, des Geistes eines Lebewesens.
Jede Emotion steht dabei in Verbindung mit bestimmten Funktionskreisen. Ärger und Frustration werden der Leber zugeordnet, Freude dem Herzen, Sorge der Milz, Trauer der Lunge und Angst der Niere.
Solange Emotionen kommen und wieder gehen, stellen sie kein Problem dar. Aus Sicht der TCM entstehen Beschwerden erst dann, wenn Emotionen über längere Zeit bestehen bleiben oder besonders intensiv werden. Sie können den Fluss von Qi und Blut beeinträchtigen und dadurch zu Disharmonien führen.
Ein häufiges Beispiel ist die Leber-Qi-Stagnation. Sie kann z.B. entstehen, wenn Frustration, unterdrückter Ärger oder innere Anspannung über längere Zeit bestehen. Die Auswirkungen zeigen sich nicht nur auf emotionaler Ebene, sondern häufig auch körperlich, beispielsweise durch Verspannungen, Schmerzen, Verdauungsbeschwerden uvm..
Angst kann die Nierenenergie schwächen, während langanhaltende Trauer das Lungen-Qi beeinträchtigen kann. Umgekehrt können bestehende Disharmonien der Funktionskreise bestimmte Emotionen verstärken. So entwickelt ein Tier mit Leber-Qi-Stagnation häufig schneller Gereiztheit, während eine Schwäche des Nierensystems Unsicherheit oder Ängstlichkeit begünstigen kann.
Aus Sicht der TCM beeinflussen sich Emotionen und körperliche Muster gegenseitig.
Wo Qi frei fließen kann, entsteht Harmonie. Wo Qi stagniert, können Beschwerden entstehen, sowohl auf körperlicher als auch auf emotionaler Ebene.
Deshalb untersuche ich in immer das gesamte Tier. Ich betrachte nicht nur die körperlichen Symptome, sondern schaue mir auch genau an, wie sich das Tier verhält, bewegt und mit seiner Umwelt interagiert. 🤍