22/10/2026
„IST DOCH PFLANZLICH! KANN JA NICHT SCHADEN!“
Diesen Satz höre ich als Apothekerin immer wieder.
Aber nur weil etwas aus der Natur kommt, ist es nicht automatisch harmlos!
Pflanzen enthalten wirksame Inhaltsstoffe. Und was wirkt, kann auch Nebenwirkungen und Wechselwirkungen haben.
Ein Beispiel: Johanniskraut.
Johanniskraut wird unter anderem bei leichten depressiven Beschwerden eingesetzt.
Was viele nicht wissen: Bestimmte Johanniskraut-Präparate können den Abbau anderer Arzneimittel beschleunigen und dadurch deren Wirkung abschwächen.
Das betrifft beispielsweise auch die Antibabypille. Ihre empfängnisverhütende Wirkung kann beeinträchtigt werden!
Und noch etwas ist wichtig:
Ein zugelassenes pflanzliches Arzneimittel ist nicht dasselbe wie ein Nahrungsergänzungsmittel mit Pflanzenextrakten.
Für Arzneimittel gelten besondere Anforderungen an Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit. Nahrungsergänzungsmittel werden dagegen nicht wie Arzneimittel auf ihre therapeutische Wirksamkeit geprüft.
Das bedeutet nicht, dass pflanzliche Arzneimittel schlecht sind. Ganz im Gegenteil: Sie können sinnvoll sein, wenn sie passend eingesetzt werden.
Mein Tipp als Apothekerin:
Erzähl in der Apotheke oder Arztpraxis immer auch, welche pflanzlichen Präparate und Nahrungsergänzungsmittel du einnimmst. Denn entscheidend ist nicht, ob etwas pflanzlich oder synthetisch hergestellt ist, sondern ob es für dich geeignet ist.
Hast du bisher gedacht, dass pflanzliche Mittel grundsätzlich sanfter oder harmloser sind?
Schreib’s mir in die Kommentare! 👇
Tag 12/30 – 30 Tage, 30 Mythen rund um die Wechseljahre.