20/05/2026
21.30Uhr. Kids im Bett, Ruhe. Endlich Zeit für euch.
Moment, wie machen wir das morgen mit dem Zahnarzttermin für Luise?
Kannst du Finn am Nachmittag zum Fußballtraining fahren?
Wir müssen noch Marlas Geburtstagsparty am Wochenende vorbereiten.
Logistik statt Intimität.
Dazu Müdigkeit, der Kopf voll, Ruhebedürfnis.
Kennst du das?
Als die Kids auf die Welt kamen ist aus euch als Liebespaar ein Familienbetrieb geworden.
Es geht nur noch um Termine, kindliche Bedürfnisse und Herausforderungen.
Und ihr verändert euch still und leise.
SIE wird zur Mutter, die organisiert, Tränen tröstet und überall Mamagespräche über die Kinder führt. Die begehrenswerte Frau ist auf unbestimmte Zeit verreist.
ER leidet im Stillen an Vereinsamung, sucht seinen Platz in dieser neuen Konstellation und fragt sich, wie seine männliche Rolle künftig aussehen soll.
Es ist das größte Tabu in der Elternschaft.
Zu feiern, wie sehr man seine Kinder liebt und gleichzeitig zu vermissen, wer man vorher als Paar war.
Und zuzugeben, dass Kinder haben auch verdammt anstrengend sein kann.
Das ist eine einfache Wahrheit und ich erlebe sie immer wieder in meiner Praxis. Eltern, die auf Reserve laufen. Frauen, die nur noch funktionieren.
Männer, die ihr Selbstbild suchen und überfordert sind.
Was ich euch sagen will ist, ihr seid nicht allein!
Es ist okay, müde zu sein.
Es ist okay, frustriert zu sein.
Es ist okay, sich manchmal die alte Zeit zurückzuwünschen.
Es ist nicht okay, nur noch die Bedürfnisse der Kinder zu erfüllen.
Es ist nicht okay, alles nur nach den Kids auszurichten.
Denn damit vergesst ihr euch selbst.
Eure Wünsche und Bedürfnisse sind genauso wichtig, wie die eurer Kinder.
Und ihr lebt euren Kindern etwas vor, was ihnen dann später evtl selbst genauso vor die Füße fällt.
Lasst uns in den nächsten Beiträgen dieses Thema nöher betrachten und Lösungsansätze finden.
Für Euch.
Für eure Kids.
Für eine Familie, in der jeder gesehen wird.
Dein
Sascha