10/07/2024
Leider ist das so - Unser „Gesundheitsminister“ setzt uns einer Gefahr aus, die am Ende die Gesundheit vieler kosten wird!
Liebe Leserinnen und Leser,
wie es um das Verhältnis der Apotheker zu Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bestellt ist, zeigte sich ikonisch in dieser kleinen Szene: Dienstag, 2. Juli, Punkt 11 Uhr, Sonnen-Apotheke in Teltow, südwestlich von Berlin. Lauterbach steht vor dem Regal mit den eher hochpreisigen Nahrungsergänzungsmitteln und examiniert Inhaber Mike Beyer über die aktuellen Studien zu Multivitaminpräparaten. Beyer würde lieber darüber reden, wer künftig die Palliativpatienten mit Betäubungsmitteln versorgen soll, wenn Lauterbach seine Pläne umsetzt und vor Ort in der Filialapotheke nur noch eine teleassistierte PTA steht.
Über die befürchteten Folgen des Apotheken-Reformgesetzes sprechen die beiden zusammen mit ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening anschließend in der Teeküche oberhalb der Offizin. Beyer weiß irgendwann nicht mehr weiter. Wenn er dem Minister Fakten vorlegt, sagt der: Das sehe ich anders. Eine Dreiviertelstunde voller Missverständnisse.
Die Frustration ist Beyer ins Gesicht geschrieben, als er im Anschluss zurück in der Offizin vor die Presse tritt. Die Stimmung ist frostig, Lauterbachs Pressesprecher fährt Beyer über den Mund. Er soll den Minister nicht unterbrechen. Während Lauterbach spricht, schütteln Overwiening und Beyer immer wieder die Köpfe. Ungläubig und verzweifelt.
Dieser Minister will den Systembruch. Er ist fest davon überzeugt, nur so die Versorgung aufrecht halten zu können. Es wirkt, als würde jeder Widerstand ihn in seiner Haltung nur noch bestärken. Was er meint, aber nicht sagt: Diese Regierung will es sich nicht mehr leisten, die Arzneimittelversorgung auf dem heutigen Niveau sicherzustellen. Und dass er das nicht wenigstens ehrlich ausspricht, ärgert Apotheker Beyer so sehr. Stellvertretend für seinen ganzen Berufsstand.
Alexander Müller
PZ-Chefredakteur