Praxis Christine und Christoph Krokauer

Praxis Christine und Christoph Krokauer SeelenGarten & LebensRaum: Wir sind zwei Praxen (Heilpraktiker für Psychotherapie), Ort für Aus- u

Das Fallen der Äpfel ist beendet. Die, die noch hängen, reifen noch. Alles hat seine Zeit. Die kleinen Apfelbäume sind s...
09/09/2026

Das Fallen der Äpfel ist beendet. Die, die noch hängen, reifen noch. Alles hat seine Zeit. Die kleinen Apfelbäume sind schon leer. Der Quittenbaum steckt alle Kraft gerade ins Wachsen der Früchte. Im Garten lernt man, dass Gras nicht schneller wächst, wenn man daran zieht.
Wir können das Leben nicht kontrollieren oder in vorauseilendem Gehorsam jedes Unbill abwenden. Was wir jedoch tun können: Altlasten aus dem System schaffen. Uns innerlich gut einmitten. Immer wieder die Frage klären: Wer und was stärkt mich? Welche Menschen in meiner Umgebung geben mir Kraft, welche nehmen sie mir? Was in meinem Alltag ist absolut nervig und darf verändert werden? Was hält mich davon ab? Alte Glaubenssätze stecken hinter manchem Verhalten. Schlimme Sätze, dass wir nicht gut genug sind, sowieso zwei linke Hände haben, dumm und vieles anderes mehr. So erkennen wir nicht, wer wir wirklich sind, was wahrhaftig in uns steckt.
Wo viel Schatten ist, muss auch viel Licht sein. Wer nur auf die negativen Seiten schaut, sieht nur einen Teil, nicht das Gesamte. Was wäre ein Rembrandtgemälde ohne Schatten, ohne Dunkelheit? All das bringt auch Tiefe, lässt das Helle leuchten. Du bist ein Gesamtkunstwerk, kein überlebendes Urteil deiner Vergangenheit. Entdecke dich. Du magst das gemeinsam mit anderen tun? Gern. Hier: https://www.seelengarten-krokauer.de/nautilus/

Apfelbaum am Goetheanum.

SeptembermorgenIm Nebel ruhet noch die Welt,Noch träumen Wald und Wiesen:Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,Den bla...
09/09/2026

Septembermorgen
Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.

Eduard Mörike, 1804-1875

Stephanie hat das Himmelsblau fotografiert. Danke dir!

Ein altes Buch, dem man ansieht, dass es jeden Tag benutzt wird. Ein nagelneues Notizbuch (120 gr Papier!!) und ein fris...
08/09/2026

Ein altes Buch, dem man ansieht, dass es jeden Tag benutzt wird. Ein nagelneues Notizbuch (120 gr Papier!!) und ein frisch gefüllter Füller, türkis für den Schreibspaß. Vorfreunde! In sieben Wochen bin ich ein paar Tage weg. Ich brauche diese Freude, denn beim Blick in die Lage im Land empfinde ich das Gegenteil. Also wappne ich mich mental, auch mit dem täglichen Meditationsbuch, in dem die Wochensprüche aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner ebenso enthalten sind wie die Gedanken für den jeweiligen Tag, die Monatstugend und vieles mehr. Das ist das Buch, das bei uns seit 22 Jahren jeden Morgen zur Hand genommen und daraus das Tagesentsprechende vorgelesen wird. Das nagelneue Notizbuch mit dem schweren Papier, damit beim Schreiben mit Füller möglichst wenig durch zu dünne Seiten schimmert und weil ich damit mein Notizbuchjahr einläute. Ein Notizbuch pro Jahr für alles, was ich irgendwo an Zitaten oder Bedenkenswertem finde. Alles, was ich seit Jahren an Informationen für mein Buch sammle (jaja, es wächst in den möglichen Mikroschritten). Alles, was ich auf keinen Fall vergessen will. Füller muss sein. Was ich mit meiner eigenen Hand aufgeschrieben habe, ist anders vernetzt im Gehirn. Ich weiß, wo ich welches Zitat in welchem Notizbuch finde, denn es hat immer eine andere Farbe und Form. Und ich habe genug Tinte, dass es für ein türkisfarbenes Jahr reicht. Klingt vielleicht seltsam, doch ich freue mich jetzt schon jeden Tag darauf, welchen ersten Gedanken ich auf die Seite schreiben werde. Um jede Schreibblockade abzuschmettern, fange ich immer mit einem meiner Lieblingstexte an. Vielleicht in diesem Jahr Rilkes Gedanken zu Fragen und Antworten aus einem der Briefe an Kappus. Oder Mascha Kaléko, Rose Ausländer, mal sehen. Ich habe sieben Wochen Zeit, um mir diesen Text vor die Füße flattern zu lassen. Ich bin vorbereitet.

Der kulturbefördernde FüllEin wünschbar bürgerlich Idyllerschafft, wenn du ihn trägst, der Füll.Er kehrt, nach Vorschrif...
08/09/2026

Der kulturbefördernde Füll

Ein wünschbar bürgerlich Idyll
erschafft, wenn du ihn trägst, der Füll.

Er kehrt, nach Vorschrift aufgehoben,
die goldne Spitze stets nach oben.

Wärst du ein Tier und sprängst auf vieren,
er würde seinen Saft verlieren.

Trag einen Füll drum! (Du verstehst:
Damit du immer aufrecht gehst.)
Christian Morgenstern

An diesem Ort werde ich meinen Füller aufschrauben und wissen: das ist einfach nur großartig. Caféteria am Goetheanum. Der Morgenstern-Füllertext ist einer von zwei Texten, die ich für eine Eurythmieausbildung aus Abschlusstext gewählt hatte und ein all time-Lieblingstext

Diese Woche beginnt mit einem meiner Favoriten aus dem anthroposophischen Seelenkalender. „Ich selber schau in Raumeswei...
07/09/2026

Diese Woche beginnt mit einem meiner Favoriten aus dem anthroposophischen Seelenkalender. „Ich selber schau in Raumesweiten des Herbstes Winterschlaf“ – noch sind die Temperaturen oben, doch spürt man mit jedem Blick in den Garten den Herbst. Jedes Jahr, wenn dieser Text aufscheint, staune ich, wie passend er ist.
Morgen darf ich in einer Selbsthilfegruppe zu Gast sein mit dem Thema „Lebensfreude“, das ist wirklich schön. Am Wochenende endet bei den angehenden Coaches der systemische Ausbildungsblock, noch insgesamt drei Wochenenden und diese Gruppe hat ihren Kreis beendet. Schön, dass nun die Anmeldungen für den „Jahreskurs innere Kraft und äußere Klarheit“ eingehen, wir starten unser gemeinsames Jahr am 26. September. Magst du mitgehen? Dann schau gern hier: https://www.seelengarten-krokauer.de/nautilus
Allen einen freundlichen Start in die neue Woche, in Bayern ist es die letzte Woche der Sommerferien, alle trudeln nach und nach wieder zuhause ein.

So oft gehen meine Gedanken in diesen Tagen froh an diesen Ort – das Goetheanum in Dornach, Blick ins Treppenhaus und zum Roten Fenster.

Es dämpfet herbstlich sichDer Sinne ReizesstrebenIn Lichtesoffenbarung mischenDer Nebel dumpfe Schleier sichIch selber s...
07/09/2026

Es dämpfet herbstlich sich
Der Sinne Reizesstreben
In Lichtesoffenbarung mischen
Der Nebel dumpfe Schleier sich
Ich selber schau in Raumesweiten
Des Herbstes Winterschlaf
Der Sommer hat an mich
Sich selber hingegeben.

Wochenspruch aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner

Quittenvorfreude am Goetheanum.

Heute ist ein besonderer Tag – eine Gruppe hat heute ihren letzten gemeinsamen Seminartag im Jahreskurs „Innere Kraft un...
05/09/2026

Heute ist ein besonderer Tag – eine Gruppe hat heute ihren letzten gemeinsamen Seminartag im Jahreskurs „Innere Kraft und äußere Klarheit“. Ein Teil der Gruppe beendet die Reise, ein anderer geht in die Therapeuten-, der dritte Teil in die Coachingausbildung. 52 Wochen sind wir gemeinsam durch viele Themen gegangen – Körper, Seele und Geist, wie funktioniert das Gehirn, welche Sinne haben wir, wie können wir Wahrnehmungen fördern? Warum ist das Labyrinth wichtig, weshalb Stille? Kommunikation hat uns das gesamte Jahr über begleitet, wir haben die Arbeit von Carl Rogers kennengelernt, uns mit Spiral Dynamics und Ken Wilbers integralem Denken befasst und vielem mehr.
Am 26. 9. um 9 Uhr startet eine neue Gruppe – du kannst gern mitreisen, wenn du magst. Alle Stationen deiner Reise und die Möglichkeiten nach diesem ersten gemeinsamen Jahr findest du hier: https://www.seelengarten-krokauer.de/nautilus
Für euch, die ihr dieses Jahr mit uns gereist seid: Es war uns eine große Ehre, mit euch unterwegs zu sein. Danke für euer Vertrauen und euren Mut, so eine Reise zu unternehmen. Wir freuen uns, dass ihr nun auf der Zielgeraden seid und wünschen euch, dass alles, was wir gemeinsam erarbeitet haben, eine großartige Wegzehrung für euer Leben wird. Vergesst nicht, euch zu feiern und stolz auf euch zu sein!

Goldwege des Herzens entstehen, wenn man ein Jahr so intensiv zusammen unterwegs ist wie im Nautilusprojekt. Da kommt es zu zahllosen goldenen Verbindungen der Menschen untereinander. Herrlich.

O schaurig ist's übers Moor zu gehn,Wenn es wimmelt vom Heiderauche,Sich wie Phantome die Dünste drehnUnd die Ranke häke...
05/09/2026

O schaurig ist's übers Moor zu gehn,
Wenn es wimmelt vom Heiderauche,
Sich wie Phantome die Dünste drehn
Und die Ranke häkelt am Strauche,
Unter jedem Tritte ein Quellchen springt,
Wenn aus der Spalte es zischt und singt! –
O schaurig ist's übers Moor zu gehn,
Wenn das Röhricht knistert im Hauche!

Fest hält die Fibel das zitternde Kind
Und rennt, als ob man es jage;
Hohl über die Fläche sauset der Wind –
Was raschelt drüben am Hage?
Das ist der gespenstische Gräberknecht,
Der dem Meister die besten Torfe verzecht;
Hu, hu, es bricht wie ein irres Rind!
Hinducket das Knäblein zage.

Vom Ufer starret Gestumpf hervor,
Unheimlich nicket die Föhre,
Der Knabe rennt, gespannt das Ohr,
Durch Riesenhalme wie Speere;
Und wie es rieselt und knittert darin!
Das ist die unselige Spinnerin,
Das ist die gebannte Spinnenlenor',
Die den Haspel dreht im Geröhre!

Voran, voran! Nur immer im Lauf,
Voran, als woll es ihn holen!
Vor seinem Fuße brodelt es auf,
Es pfeift ihm unter den Sohlen,
Wie eine gespenstige Melodei;
Das ist der Geigemann ungetreu,
Das ist der diebische Fiedler Knauf,
Der den Hochzeitheller gestohlen!

Da birst das Moor, ein Seufzer geht
Hervor aus der klaffenden Höhle;
Weh, weh, da ruft die verdammte Margret:
„Ho, ho, meine arme Seele!“
Der Knabe springt wie ein wundes Reh;
Wär nicht Schutzengel in seiner Näh,
Seine bleichenden Knöchelchen fände spät
Ein Gräber im Moorgeschwele.

Da mählich gründet der Boden sich,
Und drüben, neben der Weide,
Die Lampe flimmert so heimatlich,
Der Knabe steht an der Scheide.
Tief atmet er auf, zum Moor zurück
Noch immer wirft er den scheuen Blick:
Ja, im Geröhre war's fürchterlich,
O schaurig war's in der Heide.

Annette von Droste-Hülshoff

Stephanie fand es im Schwarzen Moor bei strahlendem Sonnenschein ganz und gar nicht schaurig und hat das tolle Foto geschickt. Danke!

„Wie geht es dir?“ In aller Regel Floskel. Hier antwortet man „passd scho so“. Wie geht es jemandem wirklich? Natürlich ...
04/09/2026

„Wie geht es dir?“ In aller Regel Floskel. Hier antwortet man „passd scho so“. Wie geht es jemandem wirklich? Natürlich stelle ich in der Praxis diese Frage auch. Nicht selten kommt dann: „Keine Ahnung, ich muss erstmal gucken“ (wo gucke ich dann hin?!). Wir sind permanent aushäusig. Sprich: Wir benutzen den Körper, bewohnen ihn aber nicht. Da zahlen wir Geld für Achtsamkeitsretreats und checken nicht, dass unser Leben das entscheidende Retreat ist. Im abgeschiedenen Wald auf tollen Meditationskissen, fern meines stressigen Alltags, bekocht und betüttelt kann ich vermutlich leichter in die Stille kommen (die man dann nicht aushält, weil man sich selbst nicht aushalten kann).
Entscheidend: Kann ich mich mit mir verbunden fühlen im Chaos eines normalen Alltags? Das kann ich nur, wenn ich mir meines Körpers bewusst bin. Da wollen wir so gern ins Hier und Jetzt kommen und glauben, dass es eine mentale Frage ist. Wenn ein Teil von uns nicht im Hier und Jetzt ist, ist es in aller Regel unser Denken – das ist in der Vergangenheit, in der Zukunft, beim Nachbartisch, sonstwo. Hundertprozentig 24/7 im Hier und Jetzt ist unser Körper. Er atmet nicht für nächste Woche vor oder verdaut das Essen von vor 30 Jahren, sondern ist stets da, wo er ist.
Wie oft am Tag unterbrichst du deine Hirntrance, um deinen physischen Körper ins Bewusstsein zu holen? Wie würde die Antwort auf die Frage „wie geht es dir gerade“ dann ausfallen? Einfach mal spüren. Erstaunlich, oder?

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