15/03/2026
Dieses Buch hat mir noch einmal gezeigt, wie tief Scham, Machtmissbrauch, Unterdrückung und patriarchale Muster bis heute in unserer Gesellschaft wirken.
Und wie oft Frauen sich noch immer zurücknehmen. Aus Angst. Aus Scham. Aus Erschöpfung. Aus Sorge vor Angriffen, vor allem dort, wo heute besonders schnell verurteilt wird: in den sozialen Medien.
Aber genau das darf nicht mehr passieren.
Wir dürfen uns nicht länger zurückziehen, nur weil andere laut sind.
Wir dürfen nicht schweigen, nur weil manche auftreten, als gehöre ihnen die Welt: jung, geschniegelt, selbstbewusst, laut, im Anzug oder in Tracht, mit großer Bühne und wenig Demut gegenüber anderen Meinungen.
Ich erlebe in diesen Tagen sehr deutlich, wie oft genau dieses Auftreten noch immer mit Stärke verwechselt wird.
Dabei ist das nicht die Stärke, die unsere Gesellschaft heute braucht.
Wir leben in einer Zeit voller Unsicherheit.
Krieg. Spaltung. Angst. Härte.
Und genau deshalb braucht es nicht noch mehr Ego, Machtgehabe und Selbstdarstellung.
Es braucht Verantwortung. Empathie. Weitsicht. Haltung.
Es braucht Frauen und Männer, die nicht nur an sich denken, sondern an das große Ganze.
An Kinder. An Familien. An Schutz. An Frieden. An Zukunft.
An echte Chancengleichheit und Gleichberechtigung.
Was mich dabei besonders erschreckt:
wie viele (vorallem) Frauen sich instrumentalisieren lassen von genau den Strukturen, die uns seit Jahrzehnten kleinhalten.
Frauen, die sich nie politisch zeigen wollten, unterstützen plötzlich Männer, die für alte Machtmuster stehen und nicht für echten Fortschritt.
Wenn wir wirklich Veränderung wollen, dann müssen wir aufhören, auf Erlaubnis zu warten.
Wir müssen aufhören, uns kleinzumachen.
Wir müssen den Mut haben, sichtbar zu sein. Laut zu sein. Haltung zu zeigen.
Auch dann, wenn Gegenwind kommt.
Denn Veränderung beginnt nicht dort, wo es bequem ist.
Sie beginnt dort, wo Frauen trotz Angst aufstehen und ihre Stimme erheben.
Die Zeit, in der wir uns aus Scham zurückhalten, muss vorbei sein.
Deine Sandra 💜