16/10/2026
Warum wir Konflikte vermeiden und damit manchmal neue Probleme schaffen
Ein unangenehmes Gespräch aufschieben. Lieber nichts sagen. Nachgeben, obwohl man eigentlich anderer Meinung ist.
Konflikte zu vermeiden fühlt sich im ersten Moment oft leichter an. Es bleibt ruhig, niemand ist enttäuscht und eine mögliche Auseinandersetzung findet nicht statt.
Doch ein vermiedener Konflikt ist nicht automatisch ein gelöster Konflikt.
Was nicht ausgesprochen wird, verschwindet häufig nicht. Enttäuschung, Ärger oder das Gefühl, nicht gesehen zu werden, können sich mit der Zeit verstärken.
Manche Menschen haben früh gelernt, dass Harmonie Sicherheit bedeutet. Sie versuchen deshalb, Spannungen möglichst schnell zu vermeiden. Die eigenen Bedürfnisse geraten dabei leicht in den Hintergrund.
Das kann eine Zeit lang funktionieren. Langfristig können jedoch genau daraus neue Probleme entstehen: Rückzug, Gereiztheit, Missverständnisse oder das Gefühl, sich selbst immer wieder zurücknehmen zu müssen.
Es geht deshalb nicht darum, jeden Konflikt auszutragen oder aus jeder Meinungsverschiedenheit eine Grundsatzdiskussion zu machen.
Es geht darum, Dinge ansprechen zu können, bevor aus einem kleinen Konflikt ein großes Problem wird.
Manchmal ist ein ehrliches Gespräch unangenehm. Schweigen kann auf Dauer jedoch deutlich anstrengender werden.