28/08/2026
⬇️ „Das brauchen wir bei uns nicht.“
Ein Satz, der Unternehmen verdammt teuer zu stehen kommen kann.
Ich hatte gestern auf einem Sommerfest ein Gespräch, das mich nachdenklich gemacht hat. Es ging um Gesundheit, Leistungsfähigkeit und die Biology of Leadership – und um die Frage, ob ein Unternehmen dafür überhaupt Impulse von außen braucht.
Sinngemäß: Bei uns eigentlich nicht.
Fast im selben Atemzug erzählt mir mein Gesprächspartner von einer großen Baustelle, die seit Wochen nahezu brachliegt. Ein maßgeblich verantwortlicher Kollege ist plötzlich komplett ausgefallen.
Und mit ihm fehlen Wissen, Entscheidungen, Anweisungen, Koordination.
Andere Führungskräfte müssen sich auf höchster Ebene neu organisieren. Abläufe stocken. Handwerker können nicht weiterarbeiten. Zeit geht verloren. Kosten entstehen.
Das Entscheidende daran:
Solche Ausfälle beginnen selten erst am Tag des Ausfalls.
Menschen funktionieren weiter. Sie kompensieren. Sie versuchen mehr. Sie sprechen nicht darüber, was sie körperlich oder mental längst einschränkt. Und gerade leistungsorientierte Menschen können darin erstaunlich gut sein.
Bis Kompensation nicht mehr funktioniert.
Genau deshalb halte ich die Haltung „Wir wissen schon, was unsere Leute brauchen“ für gefährlich.
Gesundheit und nachhaltige Leistungsfähigkeit sind kein Nice-to-have neben dem eigentlichen Business.
Sie SIND Business.
Prävention hat dabei ein Kommunikationsproblem: Wenn sie funktioniert, passiert möglicherweise – nichts.
Kein großer Ausfall.
Keine wochenlange Verzögerung.
Keine hektische Reorganisation.
Keine Kostenexplosion.
Und hinterher könnte jemand sagen:
„Siehst du, hätten wir gar nicht gebraucht.“
Vielleicht ist genau das der größte Erfolg.
Biology of Leadership bedeutet für mich deshalb nicht, Menschen noch leistungsfähiger zu machen.
Es bedeutet, die biologischen Voraussetzungen dafür zu verstehen, dass Menschen langfristig leistungsfähig bleiben können – und Organisationen nicht erst reagieren, wenn ein Schlüsselträger ausfällt.
Die teuerste Prävention ist manchmal die, die man für überflüssig gehalten hat.