17/10/2026
Vor der Überwinterung lohnt sich ein letzter genauer Blick auf die Wasserwerte. Nicht, weil im Winter noch jemand schwimmen möchte, sondern weil das Wasser die nächsten Monate unbewegt im Becken steht.
Im Sommer verzeiht ein Pool erstaunlich viel. Die Filteranlage läuft, es wird nachdosiert, und eine Abweichung ist am nächsten Tag wieder eingefangen. Im Winter passiert nichts davon. Was im November im Wasser ist, ist im März immer noch da, nur einige Monate älter.
Zwei Werte entscheiden über das Ergebnis. Der pH-Wert sollte vor dem Schließen im Bereich von etwa 7,0 bis 7,4 liegen. Fällt er höher aus, verlieren sowohl das Desinfektionsmittel als auch das Überwinterungsmittel spürbar an Wirkung, und zwar über die gesamte Zeit, in der niemand nachkorrigiert. Der zweite Wert ist die Gesamtalkalität, also die Fähigkeit des Wassers, Schwankungen abzupuffern. Ist sie zu niedrig, wandert der pH-Wert über den Winter in beide Richtungen, ohne dass jemand eingreift.
Erst wenn diese Grundlage stimmt, ergibt das Überwinterungsmittel überhaupt Sinn. Es ist kein Allheilmittel, sondern ein Verzögerer. Es hemmt Algenwachstum und Kalkablagerungen in Wasser, das bereits in Ordnung ist. In falsch eingestelltem Wasser verbraucht es sich einfach schneller und ist im Februar wirkungslos.
Also messen, korrigieren, noch einmal filtern lassen, erneut messen und erst dann schließen. Eine Stunde im Oktober erspart einen Nachmittag im April.